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Baustelle „Wohnprojekt Matthäusstraße 7“ 

„Die ziehen ja das ganze Haus aus!“ – fasziniert stehen die Grundschulkinder auf dem Bürgersteig der Matthäusstraße gegenüber des Hauses mit der Nummer 7 und beobachten die Bauarbeiter, die die alte Fassadendämmung runter reißen. Nach vielen Überlegungen, die das ursprüngliche Ziel verfolgten, die alte Fassade des Gebäudes beizubehalten und ein ergänzendes System aufzudoppeln, musste letztlich doch die Entscheidung getroffen werden, eine komplett neue Fassadendämmung aufzubringen. Das bestehende Schienensystem ließ es ohne zusätzliche Gutachten, Genehmigungen, Einzelzertifikate nicht zu, eine Ergänzung des Bestehenden vorzunehmen. Also ab mit der alten Fassade als eine weitere Maßnahme auf der Baustelle – wieder etwas zu sehen.

„Die haben ja ganze Arbeit geleistet!“ – der Kripobeamte suchte sich einen Weg durch die abgerissenen Dämmstoffe, die eigentlich das Rohrleistungssystem ummantelten, nun aber in großer Menge und zerrupft im Keller des Hauses herumlagen. Ungebetene Gäste hatten sich Zugang verschafft und viele Meter Kupferrohr geklaut – ein hoher Schaden, den wir eigentlich nicht gebraucht hätten. Glücklicherweise können die Kosten zur Wiederherstellung des Wasserleitungssystems refinanziert werden, durch dessen Zerstörung auch die Heizungsverbindungen in Mitleidenschaft gezogen wurden.

„Was ist hier für eine Weite entstanden!“ – einige Mitglieder der Projektgruppe Matthäusstraße 7 standen staunend bei der letzten Begehung in der Diele des Erdgeschosses und des Obergeschosses. Sie ließen sich durch den Architekten den Baufortschritt erläutern, der zunächst das Einreißen der zu verschiebenden Wände, die Entfernung der zum Teil gemauerten Einbauschränke in den Flurbereichen und das Abstemmen  der Kellertreppe bedeutet hatte. Zum ersten Mal wurde das sichtbar, was zuvor nur in den Köpfen als Bild vorhanden war – ein großer Küchen- , Ess- und Wohnbereich, um den herum sich die je 5 Zimmer pro Etage gruppieren. Jetzt konnte man ein wenig davon erahnen, wie sich hier gemeinschaftliches Leben gestalten würde.

Aber auch schon die ersten Steine für die neu zu errichtenden Wände sind vor Ort und zum Teil schon verbaut, Träger über die neuen Türen zu den Wohnbereichen wurden eingesetzt, die Öffnung zum Keller hin zubetoniert, Türen etwas versetzt und verbreitert, Stürze eingesetzt.

„Wie gut, dass es so hinkommt!“ – alle Anstrengungen, um die Baukostensteigerung der letzten drei Jahre abzufedern, zeigen erste Früchte. Dazu waren viele Gedanken, Gespräche mit Fachfirmen  und Fachleuten wie der Statikerin  notwendig, um Kompromisslösungen zu finden, die einerseits den bautechnischen Vorgaben, aber auch der Funktionalität und dem ästhetischen Empfingen Rechnung tragen. So wurde aus der ursprünglich geplanten Stahlbeton-Glasfassade des Anbaus eine Lösung mit Mauerscheiben und großen Fenstern gefunden, der Aufzug in der Basisversion bevorzugt, die Fensterart noch einmal neu durchdacht.

„Dass es so etwas gibt!“ – fasziniert lassen sich die Beteiligten die Evakuierungstücher zeigen, ein aus Schweden stammender Stoff, der-  in besonderer Weise verarbeitet - dazu dient, auch bettlägerige Menschen im Brandfall sicher aus der Gefahrenzone zu bringen. Diese und andere Brandschutzmaßnahmen haben uns lange beschäftigt und werden so installiert werden, dass es ein Standard erreicht wird, der über das normale Maß für eine Wohngruppe hinausreicht.

„Das ist ja genial!“ – die Diakonieausschussmitglieder begutachten in ihrer Sitzung Geschirr und Besteck, das sowohl ansprechend und schön ist als auch Hilfen in ihrer Form integriert hat, die das selbstständige Essen unterstützen. Kein auf einen normalen Teller aufgesetzter Plastikrand mehr, sondern eine in die Porzellanform eingearbeitete Aufschiebhilfe, kein Pott für Kaffee mehr, sondern eine Tasse, die einen Henkel hat, der genügend Platz für die Finger bietet, die sich nicht mehr so gut bewegen lassen, die Tasse aber dennoch sicher halten können. Auch die Gabel hat eine tiefere Mulde, damit die Speisen besser darauf liegen bleiben, und die beiden etwas längeren Zinken ermöglichen es, dass das Aufpicken von Erbsen oder Fleischstücken nicht zu einer Geduldsprobe wird. Der Ausschuss hat beschlossen, dass mit den noch zur Verfügung stehenden Diakoniemitteln, die noch in diesem Jahr ausgegeben werden müssen, ein solches Geschirr angeschafft werden kann. Auch dies ist ein Beitrag zur gelebten Kultur in diesem Haus.

„Damit aus unserer Baustelle nicht nur ein Haus, sondern auch ein Zuhause wird, benötigen wir Ihre Unterstützung“ – so hieß es am Ende der Abendmusik bei Kerzenschein „Von allen Seiten umgibst Du mich“ am 2. November.

Die Spende am Ausgang war bestimmt für die Gestaltung der Gemeinschaftsräume. Mit dem zusammengelegten Betrag haben wir wieder einen kleinen Schritt zur Finanzierung der Ausstattung tun können. Weitere werden folgen müssen – auch für den Garten. Aber wir  sind sehr zuversichtlich, dass dies mit Hilfe vieler gelingen wird. All denen, die uns bisher schon unterstützt haben, sagen wir ganz herzlich Dank.

20.11.2013
Von: Ursula Borchert

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Freitag, 23. Juni 2017:
Losungstext:
HERR, sei unser Arm alle Morgen, ja unser Heil zur Zeit der Trübsal!
Jesaja 33,2
Lehrtext:
Dem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit.
Epheser 3,20-21